1900sm liegen seit dem Start am 27. Juni in Nuku Hiva hinter mir. 1320sm liegen noch vor mir. Es war abwechslungsreiches, mehrheitlich lässige Segeln mit durchwegs achterlichem Wind mit 5-6 Bf. Aber da waren auch ein paar längere Perioden mit schwachen 2-3 Bf., an denen ich mich mit lediglich 2.5 – 3.5 Knoten Fahrt voran quälte. Dementsprechend war das Vorankommen an solchen Tagen und die Stimmung an Bord lausig. Die schlechte Performance ist teilweise auch selbstgemacht. Ich konnte mich einfach nicht überwinden, den Gennaker zu setzen, obwohl die 5 – 8 Knoten Wind für dessen 90 Quadratmeter manchmal ideal gewesen wären. Aber es fehlte mir schlicht weg der Mut, meine fehlende Erfahrung mit diesem Riesenmonster zu überwinden. Schade!

Besondere Aufmerksamkeit gilt es, insbesondere nachts, auf durchziehenden Regenfronten zu richten. Der Wind nimmt beim Durchzug einer Regenzelle innert ein paar Sekunden massiv zu. Bis 30 Knoten Wind sind der Normalfall – es können aber auch deutlich mehr sein! Je nach Windstärke kommt die Windsteueranlage damit klar. Darauf zählen kann ich aber nicht und muss mich daher am Steuerstand aufhalten um das Ruder selber zu übernehmen oder dem elektrischen Autopilot zu übergeben. Nach zehn bis 20 Minuten ist der Spuck – mit teilweise infernalischen Schauern – jeweils wieder vorbei.

Gemäss den aktuellen Wettervorhersagen bildet sich südlich von Vanuatu just auf meine Ankunft hin eine Art Sturmtief, in das ich nicht geraten möchte. Je nach dessen Entwicklung werde ich in der Vuda Marina in Fiji einen Zwischenstopp einlegen.