Nach 11 Tagen und 5 Stunden erreichte ich gestern Nachmittag mein Ziel Horn Island, eine der nördlichsten Inseln Australiens, mitten in der Torres Strait. Der Pazifik liegt somit hinter mir. Vor mir breitet sich der wilde Indische Ozean aus.
Doch bevor ich „richtig“ in den Indi eintauche, mache ich noch einen Abstecher nach Darwin. Der Grund ist, dass der Borddurchlass vom Geschwindigkeitssensor undicht geworden ist. So sammelt sich pro 24 Stunden in der Bilge ungefähr ein Liter Wasser an. Das ist nicht problematisch, aber klar nicht optimal, angesichts der weiten Strecke, die noch vor mir liegt.
Die Cullen Bay Marina in Darwin konnte mir einen Platz zusichern. Im angrenzenden Boat Yard kann man dann hoffentlich schnell einmal Eleonore aus dem Wasser heben und den Sensor neu einbauen.
Leider kann das Einklarieren in Australien ein Spiessroutenlauf sein, wenn die Biosecurity pingelig gemacht wird. Und genau dies schien mir in Darwin bevorzustehen: Ein Taucher, mit dem ich im Voraus den Termin hätte vereinbaren müssen, der das Unterwasserschiff auf Viecher etc. prüft. Zudem würde eine Behandlung des Wassertanks vorgenommen, die 10 (zehn) Stunden in Anspruch nimmt. Zudem kann all dies nur an drei Tagen die Woche durchgeführt werden. JENSEITS! Doch siehe da, das ganze Prozedere konnte überraschenderweise im Schnellverfahren auch hier durchgeführt werden: Heute Nachmittag ist das Boot der Border Control vorbeigekommen. Mit an Bord die Vertreter der Customs & Immigration und der Biosecurity. Eine Stunde später war das Ganze durch und abgeschlossen. Nix Taucher! Lediglich meine letzten paar Müesli-Äpfel, ein Pack Reis und drei Pack Bio-Vollmilchpulver wurden konfisziert. Da waren aber noch etliche Packungen Reis, Couscous und Müeslimischungen an Bord (die ebenfalls nicht eingeführt werden dürfen), die er grosszügig übersehen oder tatsächlich nicht gesehen hat. Wie auch immer: Die paar konfiszieren Dinge steckte er in einen Abfallsack, den er mir zum entsorgen übergab. Nun denn, ich habe das alles wieder „rückentsorgt“. Also alles wieder dorthin versorgt, wo er es entnommen hat, sobald ich wieder alleine an Bord war.
Morgen mache ich noch einen Ausflug mit dem Wassertaxi hinüber nach Thursday Island, und dann geht’s bald die rund 750 sm weiter nach Darwin. Die Wetteraussichten sind gut.