In den Informationspapieren der Cullen Bay Marina sind für den Elektronikbereich gleich mehrere Namen aufgeführt. So hatte ich die Qual der Wahl. Bei der ersten Telefonnummer meldete sich niemand. Bei der zweiten stellte sich heraus, dass es sich um einen Ein-Mann-Betrieb handelte, der sich zurzeit in Neuseeland aufhält. Bei Navcom Marine Electronics stiess ich auf Interesse an einen Auftrag, inklusive der Zusicherung, dass ab morgen ein technisch versierter Mitarbeiter zur Verfügung steht.
Und tatsächlich stellte sich in den folgenden Tagen heraus, dass ich an die richtige Adresse geraten war. Shiva verschaffte sich erst einmal einen umfassenden Überblick über das installierte Netzwerk, bestehend aus dem SeaTalk für die diversen Raymarine-Geräte und dem NMEA 2000, das alles bündelt und mit dem Kartenplotter verbindet. Seine Schlussfolgerung war deutlich: Es stimme einiges nicht und ich hätte Glück gehabt, dass ich damit bis hierher gekommen sei. Na ja, bis ganz hierher hat es ja leider nicht gereicht. Aber schlussendlich hat es durch den gesamten Pazifik funktioniert.
Bob, 72 jährig und der Inhaber dieses Zweimann-Betriebes, zeichnete aufgrund Shiva’s Bestandesaufnahme den Netzwerkplan, den Shiva ein paar Tage später umsetzte. Und siehe da: Auf Anhieb funktionierte alles wie es muss. Zusätzlich haben wir die Leitungen zur Stromversorgung des Autopilotmotors ersetzt, da sich bei deren Prüfung herausstellte, dass sie bereits arg korrodiert waren.
Mein IridiumGo ist mittlerweile mindestens 10 jährig und geht daher gegen end-of-live. Ersatz ist auf die Schnelle leider nicht erhältlich. Zur Sicherstellung der Kommunikation im Falle eines Ausfalls von IridiumGo und obendrauf noch meines Starlink Minis, kaufte ich mir das inReach MINI 2 von Garmin.
Auch konnte ich mir eine zusätzliche EPIRB (umprogrammiert für den Einsatz unter Schweizer Flagge) besorgen, da die Batterielaufzeit meiner aktuellen Notfunkbake im November zu Ende geht.
Am Montagmittag, den 17. August, ist der Termin mit der AFB – der Australischen Border Force – für das Ausklarieren angesetzt. Anschliessend geht es weiter zur zu Australien gehörenden Cocos Keeling Island, rund 2100sm von Darwin entfernt.

Und sonst? Darwin ist lässig! Die Sonne scheint täglich, nachts kühlt es angenehm ab und es hat weder lästige Mücken noch Fliegen. Darwin scheint mir auf eine sehr sympathische Art der Zeit etwas hinterher zu hinken. In vielen Bars gibts täglich Livemusik, und die Musik aus der Konserve ist üblicherweise aus den 70ern mit Pink Floyd, Bob Dylan, Supertramp etc. Cool! Und das Bier wie auch die Verpflegung machen Freude. Die Leute sind gut drauf und unkompliziert. Einziger Minuspunk: Beim Preisniveau kann Darwin locker mit der Schweiz mithalten.